TAG EINS

Der begehbare Raum

Unter der Anleitung der Ausstellungsgestalterin Antje Veit beschäftigte sich die Gruppe mit der Gestaltung eines begehbaren Raumes: Welche Atmosphäre soll dort herrschen? Welche Möglichkeiten zur Information müssen gegeben sein? Welche Angebote könnten dort gemacht werden und auf welche Weise? Jede Kleingruppe suchte für sich nach eigenen Attributen wie “auffällig”, “modern” oder “atmosphärisch”. Zusammen mit einer Auswahl von Stimmungsbildern entstanden sogenannte „Moodboards“. Mithilfe einer Gegenüberstellung von Modellfiguren im Maßstab 1:50 und 1:25 konnte Raumwirkung untersucht werden. Ein Film zeigte die Konzeptentwicklung des Jüdischen Museums in Berlin und dessen konsequente Umsetzung. Fasziniert waren die Schüler vor allem von Daniel Libeskinds sogenannten “Voids”, den Leerräumen zum Nachdenken. Das Denkmal des Exils und der Eingang zum Museum, zwölf Meter unter der Erde, verdeutlichen, wie Rauminszenierungen Stimmungen erzeugen. Schon am ersten Tag entstanden eigene Ideenansätze für mögliche Raumkörper.


TAG ZWEI

Ort der Begegnung

Nach einer kurzen Einführung in den Modellbau wurde eine drei mal drei Meter Fläche innerhalb des Klassenzimmers auf dem Boden abgeklebt, um eine mögliche Grundfläche zu definieren. Die Jugendlichen erarbeiteten sich durch das Schätzen von Höhe, Breite und Tiefe des eigenen Klassenraumes, ein Gefühl von Raumvolumen. Für die Kiellinie sollte ein kleinerer Raum geschaffen werden. An dem eigenen Modell konnten die Jugendlichen überprüfen, ob sie die anfänglich entwickelten Attribute umgesetzt hatten und ob die Idee für andere transparent war. Die meisten entschieden sich für einen separaten Raum als Ort des Austausches. Die Idee eines Cafés tauchte wiederholt auf. Dieses sollte als ein Ort der Begegnung auch für Podiumsdiskussionen und Kulturveranstaltungen nutzbar sein.

In den Kleingruppen entstanden anschließend fünf verschiedene Entwürfe:

  • ein Tortenzylinder-Bau
  •  ein Pavillon auf einem Steg
  •  ein frei begehbarer Informationsort auf zwei Ebenen
  •  ein Gebäude mit blitzförmiger Raumanordnung sowie
  • ein Kuppelbau.

TAG DREI

Verortung

Zu Beginn des Tages betrachtete die Gruppe Fotos und den Lageplan vom ehemaligen “Hindenburgufer”, um einen geeigneten Platz für ihre Gebäude zu finden. Der neue Lernort sollte eine attraktive Lage mit Publikumsverkehr haben, am liebsten mit Blick auf das Wasser.

Nach einem intensiven Austausch mit der Nachbargruppe „Projektion“ wurden die Modelle auf ihre Machbarkeit überprüft und hinterfragt, was die Räume beim Besucher auslösen sollen. Deutlich wurde dabei, dass die Jugendlichen einen Ort der Hoffnung kreieren wollten, der Perspektiven eröffnet und etwas Positives für die Zukunft erwirken kann. 

 


TAG VIER

Präsentation

Am letzten Projekt- und Schultag vor den Ferien war um 12.00 Uhr eine Präsentation mit Pressetermin für alle Workshops eingeplant. Kulturreferent Rainer Pasternak, Lehrkräfte, Schulleiter sowie die „Kieler Nachrichten” und Fotografen wurden erwartet. Jede Gruppe bestimmte ihre Sprecher für die Präsentation der Arbeitsergebnisse. In der Vorbereitung wurden Modellfotos mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes als Collage zusammengesetzt, damit das Verhältnis Mensch zu Raum deutlich wird. Das Modellfoto und die Arbeitstitel, Texte und Schülernamen wurden auf ein Präsentationsboard in A3 geklebt. Einige Schüler bastelten noch fleißig ihre Modelle zu Ende. Zwei Bauwerke wurden kurzentschlossen nachträglich mit Zitaten von Paul von Hindenburg versehen.

Der Raum war gefüllt mit Arbeiten des gesamten Jahrgangs. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem dreiminütigen Vortrag vorgestellt.

Zu ihm gehen Schulklassen, um sich mit der Person Hindenburgs zu beschäftigen.
— Aus den Fragebögen