TAG EINS

Anhalten und Neugier wecken

Jörg Klinner ist ausgebildeter Kunstlehrer und freier Künstler. In seinem Workshop war das Ziel, Ideen für ein Objekt zusammen zu stellen, das eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Hindenburg vorbereitete. Der Begriff „Objekt“ bezeichnete in diesem Fall einen Gegenstand im öffentlichen Raum, in der Größendifferenz zwischen Stolperstein und begehbarer Skulptur. Das Objekt sollte Passanten an der Kiellinie wörtlich anhalten und Interesse und Neugier wecken.

Ausgehend von nicht gegenständlichen, zeichnerischen Übungen, sogenannten „Kritzeleien“ und der Verwendung von Bindedraht zur assoziativen manuellen Gestaltung, entstanden mit den Jugendlichen im zweiten Schritt konkrete und umfangreiche Ideenskizzen. Dieser Workshop bot die größte mögliche Freiheit in dem Projekt. 

 


TAG ZWEI

Konkrete Planung

Am zweiten Tag folgte wegen des nasskalten Wetters ein virtueller Spaziergang anhand einer Fotostrecke am umbenannten Ufer entlang. Dabei konnten mögliche Standorte für das Objekt ausgewählt und diskutiert werden. Anschließend begann die konkrete Planung in Einzel-, Partner- oder Kleingruppenarbeit. Dieser Übergang vom freien Arbeiten zu modellorientierten Lösungen hatte teilweise einen enormen Bruch im Ablauf zur Folge: Mehrere Jugendliche entschieden sich, Ideen umzusetzen, die sie schon vor dem Workshop angedacht hatten. Dadurch gingen innovative Vorschläge, die aus dem Prozess selbst entstanden waren, teilweise verloren. 


TAG DREI

Formen

Die Gruppe arbeitete engagiert und zum Ende hin sehr ergebnisorientiert. Die Intentionen wurden in den fertiggestellten Modellen oder Zeichnungen deutlich erkennbar:

eine Laterne im überzeichnet „hindenburgisch, pickelhaubigen“ Stil mit Bewegungsmelder und akustischer Information,

ein geschichtlicher Irrgarten aus Stein, Glas und         Naturbewuchs mit Informationstafeln

eine parkähnliche Anlage, die zu sportlichen Aktivitäten ebenso auffordert, wie zur Auseinandersetzung mit aufgestellten Objekten, Informationstafeln und -räumen,

eine begehbare Plastik, Seefahrerklischeetätowierungen folgend, aus Elementen von Faust, Herz, Pfeil und Kette,

eine übermannsgroße quadratische Säule, die über Öffnungen auf Einblicke neugierig macht. Im Innern befindet sich ein rotierender Informationszylinder. Die Form der Öffnungen nehmen Bezug auf „hindenburgtypische Icons“ wie Pickelhaube und Schnurrbart,

der Schnurrbart als bewegliches Objekt, eine Art drehbare Bank, die zum Verweilen und Informieren auffordert, mit dem Namen „Fliehender Respektbalken“. 


TAG VIER

Präsentation

Am letzten Projekt- und Schultag vor den Ferien war um 12.00 Uhr eine Präsentation mit Pressetermin für alle Workshops eingeplant. Kulturreferent Rainer Pasternak, Lehrkräfte, Schulleiter sowie die „Kieler Nachrichten” und Fotografen wurden erwartet. Jede Gruppe bestimmte ihre Sprecher für die Präsentation der Arbeitsergebnisse. Die Ergebnisse des Workshops wurden auf den Tischen und an Stellwänden platziert und von den einzelnen Kleingruppen vorgestellt. 

Ein lebendiges Denkmal soll kunstvoll gestaltet sein.
— (Aus der ersten Befragung der Jugendlichen im Ratssaal)