TAG EINS

Wer war das?

Im Workshop der Journalistin und Designerin Katja Deutsch ging es darum, die Person Paul von Hindenburg lebendig werden zu lassen. In fünf Arbeitsgruppen wurde versucht, sein Leben so neutral wie möglich zu rekonstruieren. Jede Gruppe sollte die Ergebnisse ihrer Recherchen auf einer DIN A 4 Seite zusammenfassen und dazu einige Fotos finden. Alle waren der Ansicht, dass die Menge des genannten Formates das Maximale sei, was Jugendliche freiwillig lesen würden. Die Recherchephase machte deutlich, dass Geschichts-darstellungen und -interpretationen immer vor dem Hintergrund des Schreibenden und in dem Kontext der Zeit zu verstehen sind. 


TAG ZWEI

Straßennamen

Die Gruppe besprach im zweiten Schritt, wem heutzutage gedacht wird, wenn wir zurückblicken?  Denken wir an die Kriegshelden oder eher an die Opfer? Wie erinnern sich andere Länder? Und wie sieht es heute aus: Soll Tugce, die getötete Studentin, wegen ihres mutigen Einsatzes eine nach ihr benannte Straße bekommen, wie es die Gemeinde diskutiert? Erinnert man sich bei Straßennamen überhaupt an die jeweilige Person? 


TAG DREI

Projektionen

Bei der Frage nach der Innenraumgestaltung eines begehbaren Lernortes entschieden die Schüler, dass sie zwei Seiten Hindenburgs durch zwei Stockwerke verdeutlichen wollten: oben der Aufstieg, Jubel und die Siege, unten das Grauen des Krieges. Dazu sollten Fragen und Gedanken zum Umgang mit Erinnerung und Gedenken entlang der Treppen verlaufen. Zwei Treppen erleichterten den Bewegungsfluss der Besucher. Die Stationen Hindenburgs Lebens wurden auf Fotokartons geklebt und bei dem Modell im oberen Stockwerk angeordnet: Oben Hindenburgs Aufstieg, seine militärischen Siege und die grenzenlose Bewunderung, die ihm milionenfach entgegengebracht wurde. Unten das Grauen ds Krieges mit den Hunderttausenden Toten, die er mit zu verantworten hatte. Ein Sofa mit Original-Hörproben durch Kopfhörer wurde auch gewünscht. Unten sollten zwei große Bilder das Grauen des Krieges zeigen. Ein virtuelles Gästebuch sollte die Möglichkeit geben, kleinere künstlerische Auseinandersetzungen in Wort und Bild mit seiner Person zuzulassen. Verschiedene Schwarzweiß-Fotografien sollten in den Raum projiziert werden – in Augenhöhe genauso wie nach oben und nach unten. Außen an der Wand des Erinnerungsgebäudes sollen leuchtende Spruchbänder mit seinen Zitaten in Endlosschleife entlang laufen.


TAG VIER

Präsentation

Am letzten Projekt- und Schultag vor den Ferien war um 12.00 Uhr eine Präsentation mit Pressetermin für alle Workshops eingeplant. Kulturreferent Rainer Pasternak, Lehrkräfte, Schulleiter sowie die „Kieler Nachrichten” und Fotografen wurden erwartet. Die Gruppe bereitete die Präsentation sorgfältig vor und bestimmte einen Sprecher. Sie hatte während des gesamten Workshops hervorragend mitgearbeitet und sich trotz aller anfänglichen Vorbehalte gegen das Thema dann doch sehr engagiert, nachgedacht, diskutiert und viele Vorschläge gemacht. Der Raum war gefüllt mit Arbeiten des gesamten Jahrgangs, die in einer einstündigen Präsentation vorgestellt wurden.

Der Ort sollte verständlich machen, wie damals gedacht und gehandelt wurde und welche Auswirkungen dies auf die Gegenwart hat.
— Aus den Fragebögen

Gruppe C

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